Lisa, Tim und die verschwunden Münzen (Detektivgeschichte)

Lisa und Tim waren beste Freunde. Beide wohnten in der gleichen Straße und spielten fast jeden Tag zusammen. Erst kürzlich hatten Tim und sein Papa zu Hause im Garten ein großes Spielhaus für die Kinder gebaut. Natürlich durfte auch Lisa hier regelmäßig vorbeikommen und spielen. Das Haus war aus Holz gebaut und gemeinsam mit Tims Papa hatten es die Kinder bunt angemalt. Tim liebte sein Spielhaus, und auch Lisa besuchte Tim hier gerne.

Seit ein paar Tagen waren die beiden damit beschäftigt, das Haus auch Innen schön herzurichten. Es gab schon einen kleinen Tisch, zwei Stühle, ein paar Spielsachen und ein paar selbstgemalte Bilder. Außerdem hatten Lisa und Tim schon viele schöne Dekogegenstände und echte kleine Schätze in das Spielhaus gebracht: zum Beispiel Muscheln vom letzten Urlaub, ein paar schöne Silberbecher und Silberbesteck von Lisas Oma, bunte Porzellanteller von Tims Mama, Gläser mit glitzernden Murmeln, alte Schlüssel, schöne Steine und Bilder von ihren Familien. Lisa und Tim wollten ihr Spielhaus ganz besonders schön machen.

 

Das Spielhaus wurde immer wohnlicher. Tims Mama hatte den beiden sogar eine kleine Gardine genäht, die jetzt das Fenster des Spielhauses schmückte. Das Highlight aller Dekorationen und gesammelter Schätze aber waren zwei wunderschöne, alte Silbermünzen, die Lisa und Tom beim Spielen und Buddeln im Garten gefunden hatten. Tims Opa hatte sich die Münzen angeschaut und vermutet, dass diese schon sehr alt waren. Mühevoll hatten die beiden Kinder die Münzen gesäubert und auf Hochglanz poliert. So sahen sie sehr wertvoll aus.

 

Wieder einmal ging ein langer und aufregender Tag für Lisa und Tim zu Ende. Nach dem Kindergarten hatten die beiden den ganzen Tag im Haus gearbeitet und viel Spaß zusammen gehabt. Bevor beide zum Abendessen mussten, verabredeten sie sich noch für den nächsten Tag. Denn am Samstag wollten die Beiden schon früh morgens nach weiteren Schätzen und Dekorationen suchen. Die heimischen Gärten, die Häuser der Eltern und die gesamte Umgebung boten hierfür viele Möglichkeiten.

Gleich nach dem Frühstück kam Lisa am nächsten Morgen bei Tim vorbei. Der wartete bereits auf Lisa und hatte sich die Wartezeit mit Lesen verkürzt. Tim las sehr gerne, besonders die spannenden Geschichten von Detektiv Jim. Nur mit großer Mühe konnte Lisa ihren Freund Tim davon überzeugen, die Detektivgeschichte beiseite zu legen.

Ein großer Schreck im Spielhaus

Bevor die beiden auf Schatzsuche gingen, wollten sie aber noch einen kurzen Blick ins Spielhaus werfen. Und natürlich wollten sie auch nochmal ihren ganz besonderen Schatz bewundern.

Voller Vorfreude rannten die beiden Freunde in das Haus. Sehr erstaunt meinte Lisa dann plötzlich zu Tim: „Tim, hast Du die Münzen etwa woanders hingelegt oder mit in Dein Zimmer genommen?“

Tim war erstaunt über  Lisas Frage und antwortete: „Nein Lisa, die liegen doch bestimmt noch immer auf dem Regal!?“

Doch die Münzen waren nicht mehr da. Die beiden trauten ihren Augen nicht. Schnell suchten sie das ganze Spielhaus ab, aber ohne Erfolg. Die Münzen waren wie vom Erdboden verschluckt.

„Das kann doch nicht sein!“, sagte Lisa enttäuscht. Traurig setzen sich die beiden an den Tisch.

Ein mysteriöser Fall

Doch dann hatte Tim eine Idee: „Lass es uns machen wie Detektiv Jim. Immer wenn der einen Fall zu lösen hat, legt er sich mit seinem Fernglas auf die Lauer. Vielleicht hat ja jemand die Münzen geklaut. Und vielleicht kommt dieser jemand ja nochmal zurück, um auch die anderen Schätze zu stehlen.“

Obwohl Lisa eigentlich kein Fan der Detektivgeschichten war, fand sie die Idee von Tim gut. Und so besorgten sich beide schnell ein Fernglas, bevor sie sich hinter einer Hecke auf die Lauer legten. Von hier konnten sie das Spielhaus gut beobachten.

Lange passierte nichts. Lisa und Tim lagen ungeduldig hinter der Hecke und warteten.

Nach über einer Stunde meinte Lisa schließlich zu Tim: „Tim, bist Du sicher dass Dein Plan funktioniert? Wir liegen schon so lange hier. Und wer soll denn hier in den Garten kommen und etwas klauen?“

Tim aber war sich sicher, sein Plan würde funktionieren. Denn immerhin arbeitete Detektiv Jim ja auf die gleiche Art und Weise. Aber er sollte sich irren. Auch nach einer weiteren Stunde war von dem Dieb weit und breit keine Spur.

Ein neuer Plan muss her!

Lisa und Tim gaben auf und gingen zurück ins Spielhaus. Tim dachte nach. Was würde Detektiv Jim jetzt nur tun?

Da hatte er eine Idee: „Lisa, wir müssen nach Spuren suchen. Lass uns überall im Spielhaus nachsehen, ob wir etwas entdecken. Irgendeine Spur, die uns einen Hinweis auf den Dieb liefert!“

Lisa war einverstanden. Und so schauten sich die beiden um. Aber zunächst konnten sie nichts finden. „Tim, wir finden hier doch nichts. Alles was ich habe ist so eine dumme Vogelfeder!“, sagte Lisa schließlich.

Tim sah sich die Vogelfeder an. Lisa konnte nicht verstehen, warum Tim jetzt diese Feder so wichtig war. „Tim, ich habe keine Lust mehr, ich gehe nach Hause!“, sagte sie schließlich.

„Nein Lisa, warte!“, rief Tim. „Das ist eine Feder von einer Elster. Meine Oma hat mir von diesen Vögeln erzählt. Und weißt Du was diese Vögel gerne machen? Sie stehlen alles was glitzert, funkelt und glänzt!“

Lisa schaute Tim erstaunt an. „Meinst Du etwa, es war ein Vogel, diese Elster, die unsere Münzen gestohlen hat?“, fragte sie Tim.

Tim nickte und meinte: „Jetzt müssen wir nur noch das Nest der Elster finden, und dann finden wir bestimmt auch unsere Münzen wieder!“

Und so machten sich die beiden auf die Suche nach dem Vogelnest. Tim wusste, dass Elstern recht große Vögel sind, und dass sie ihre Nester gerne in hohen Hecken oder  freistehenden Bäumen bauen. Und so suchten er und Lisa jede Hecke und jeden Baum in der Umgebung nach einem Nest ab. Und tatsächlich, hoch oben in einem Baum der Nachbarn konnten die beiden ein großes und kugelförmiges Nest entdecken.

„Das könnte es sein!“, rief Tim und rannte schnell in Papas Garage, um eine Leiter zu holen.

Kurz darauf kam er mit seinem Papa und der Leiter zurück. Denn Tim durfte noch nicht alleine auf eine Leiter steigen. Aber wenn sein Papa dabei war, war es in Ordnung. Vorsichtig kletterte Tim Sprosse für Sprosse nach oben. Sein Papa war dabei dicht hinter ihm.

„Könnt ihr schon etwas sehen?“, rief Lisa ihnen von unten zu.

Oben angekommen konnte Tim endlich einen Blick ins Nest werfen. Und tatsächlich! In dem Nest lagen die verschwudenen Münzen. Doch damit nicht genug, die Elster hatte noch mehr gestohlen. Viele weitere funkelnde und glitzernde Dinge füllten das Nest.

Tim und Lisa waren überglücklich, dass ihr Schatz wieder da war.

Die beiden Münzen bekamen einen Ehrenplatz im Spielhaus. Und auch die anderen Fundstücke brachten die beiden Freunde ins Baumhaus. Hier verbrachten sie noch viele schöne gemeinsame Stunden. Und sie hatten eins gelernt: Zukünftig würden sie immer Türen und Fenster des Spielhauses geschlossen halten.


Mehr zum Thema Detektive:

  • Detektivspielzeug – Entdecke die perfekte Ausrüstung für spannende Detektivspiele. Das tolle daran? Das meiste davon hast du schon zu Hause!
  • Detektivgeschichten – Sammlung mit Detektivgeschichten für Kinder zum Vorlesen und selber lesen.