Kurze 4-Minuten-Einhorngeschichte

Diese kurze Einhorngeschichte handelt von der hochnäsigen Einhorndame Elvira, die sich für das schönste Tier auf der Welt hält. Doch eines Tages hat Elvira einen kleinen Unfall, der sie ihre Einstellung überdenken lässt.

Eine 4-Minuten-Geschichte für kleine Einhornfans. Weiter unten findest du die Geschichte auch zum Anhören.


Das hochnäsige Einhorn

Elvira war ein Einhorn und damit war sie sehr glücklich. Denn Elvira hielt sich für das schönste Tier auf der ganz Welt. Ihr Fell war schneeweiß, ihre Mähne hatte alle Farben eines Regenbogens und auf ihrer langen Stirn hatte sie ein Horn, das im Licht der Sonne golden schimmerte.

Auf ihr goldenes Horn war Elvira besonders stolz. Es unterschied sie von den anderen Tieren. Denn Elvira war das einzige Einhorn auf der Weide am Waldrand.

Jeden Tag trabte sie auf der Wiese auf und ab, damit die anderen Pferde und Ponys sie bewundern konnten.

***

Mehr wollte die Einhorndame mit den anderen Tieren aber nicht zu tun haben.

„Elvira, kommst du mit uns auf den Reitplatz?“ fragte einmal eines der Ponys.

Doch Elvira dachte gar nicht daran. „Soll ich dort etwa im Staub herumtraben?“ schnaubte sie hochnäsig. „Da würde ja mein Fell ganz schmutzig werden. Nein, das könnt ihr mal schön alleine machen.“

Ein anderes Mal luden die Ponys sie ein, mit in den Wald zu kommen. Aber auch das wollte Elvira nicht.

„Was soll ich denn im Wald?“ fragte sie, und hielt ihre regenbogenfarbene Mähne in die Sonne. „Da könnte ja meine schöne Mähne strubbelig werden, wenn ich mit euch durchs Gebüsch ziehe.“

So kam es, dass Elvira nie mit den anderen spielte. Sie stand lieber vor ihrem Spiegel und betrachtete sich darin.

***

Bis zu dem Tag, als Elvira ein Missgeschick passierte.

Elvira ging wie jeden Nachmittag die Straße auf und ab, damit die anderen Tiere sie bewundern konnten. Wie immer reckte sie dabei ihren Hals nach oben und hielt ihre Nase mit dem Einhorn hoch in die Luft. Jeder sollte ihr schönes Horn sehen und sie bewundern.

Die Einhorndame spitzte die Ohren und lauschte, ob sie Komplimente hörte.

Und da passierte es.

„Rumms!“

Sie hatte nicht aufgepasst und stieß mit ihrem Horn gegen einen großen Baum.

„Aua!“, rief Elvira laut. Das hatte weh getan.

Aber das war nicht das Schlimmste. Als Elvira Zuhause in ihren Spiegel blickte, bekam sie einen großen Schreck. Ihr wunderschönes Horn, auf das sie so stolz gewesen war, hatte bei dem Zusammenstoß einen Knick bekommen. Es stand nun ganz schief in ihrem Gesicht.

Traurig ließ Elvira den Kopf hängen. Sie versuchte, das Horn wieder zu richten. Aber es klappte nicht.

***

Am nächsten Tag blieb Elvira Zuhause. Sie wollte nicht, dass jemand ihr schiefes Horn sieht. Bestimmt würden alle lachen, dachte sie.

Doch Elvira blieb nicht lange alleine. Die Ponys hatten sich gewundert, wo sie war und wollten nach ihr sehen.

Elvira schämte sich. Sie versuchte ihr schiefes Horn zu verstecken, aber die anderen hatten es schon entdeckt.

„Was ist denn mit deinem Horn passiert?“ fragte eines der Ponys.

Da erzählte das Elvira ihnen die ganze Geschichte.

Die Ponys hörten zu. Und dann passierte etwas, womit Elvira nicht gerechnet hatte. Niemand fing an zu lachen. Im Gegenteil, die Ponys wollten sie aufmuntern.

„Du bist auch mit schiefem Horn etwas Besonderes.“ sagten eines. „Jetzt sogar noch viel mehr. Ein Einhorn mit einem schiefen Horn, das ist einmalig.“

Da konnte Elvira wieder lächeln. Von diesem Tag an verbrachte das Einhorn weniger Zeit vor dem Spiegel und viel Zeit mit ihren neuen Freunden.

Die 4-Minuten-Geschichte zum Anhören

Spieldauer ca. 4 Minuten

4-Minuten-Geschichte Einhorn

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