Clown Pippo und das Lampenfieber

Clown Pippo hat Lampenfieber und will nicht auftreten. Seine Freundin Cleo versucht ihn zu beruhigen und hat ein paar gute Tipps parat. Ob Pippo am Ende wirklich in der Manege steht? Lies es hier in unserer Clowngeschichte!


Kindergeschichte: „Clown Pippo und das Lampenfieber“

Es war kurz nach sieben und die Zuschauerbänke im Zirkus Ramba-Zamba waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Seiltänzerin Cleo kam gerade aus der Garderobe. Sie war schon fertig angezogen und geschminkt und hatte noch ein bisschen Zeit bis zu ihrem Auftritt.

Jetzt wollte sie sich hinter die Manege stellen und sich die Nummer von Pippo, dem Clown, anschauen. Darauf freute sie sich schon, denn Pippo wollte zum ersten Mal mit fünf Bällen gleichzeitig jonglieren. Das war schon etwas Besonderes, denn das konnte nicht jeder Clown.

Doch auf dem Weg zur Manege kam ihr Pippo auf einmal entgegengelaufen.

„He, halt!“, rief Cleo. „Das ist die falsche Richtung! Da geht es zur Manege.“

„Das weiß ich“, antwortete Pippo und wollte weiterrennen zum Ausgang.

„Aber du bist doch gleich dran“, erinnerte ihn Cleo und hielt ihn am Ärmel von seinem Clowkostüm fest.

„Das weiß ich auch. Aber ich kann heute nicht auftreten“, stotterte Pippo mit zittriger Stimme.

„Wie meinst du das? Du kannst nicht auftreten?“ Cleo war verwundert.

„Hast du gesehen, wie viele Zuschauer da sitzen? Da sind mehr als 100 Menschen!“, sagte Pippo aufgeregt. „Ausgerechnet heute, wo ich die schwierige Jonglier-Nummer mit fünf Bällen aufführen will. Ich kann da nicht rausgehen.“ bekräftigte er und schüttelte den Kopf.

Cleo versuchte ihm gut zuzureden: „Aber du hast ein ganzes Jahr geübt. Deine Nummer kannst du perfekt. Die Zuschauer freuen sich doch auf dich.“

„Aber was, wenn mir beim Jonglieren die Bälle runterfallen? Oder noch schlimmer, wenn ich in der Manege stolpere und auf dem Boden lande? Dann werden sie mich alle auslachen“, Pippo war verzweifelt.

Da ahnte Cleo, was mit ihrem Freund los war. „Lass mich mal sehen“, sagte sie und trat näher. „Deine Hände zittern. Und deine Wangen sind ganz rot. Das kann ich sehen, obwohl du geschminkt bist“, stellte sie fest. „Das ist eindeutig. Du hast Lampenfieber!“

„Lampenfieber?“, fragte Pippo verwundert und fühlte mit der Hand an seiner Stirn. „Aber mein Kopf ist doch gar nicht warm“, entgegnete er.

„Das sagt man doch nur so. Lampenfieber ist, wenn man Angst vor einem großen Auftritt hat“, erklärte Cleo.

„Siehst du! Ich hab es doch gesagt: Ich kann heute nicht auftreten!“, bekräftigte Pippo.

„Aber gegen Lampenfieber kann man doch etwas machen“, meinte Cleo.

Da wurde Pippo neugierig. „Und was kann man dagegen tun?“, fragte er hoffnungsvoll.

„Also zuerst musst du dich mal entspannen und ganz locker machen“, erklärte Cleo.

„Und wie mache ich das?“, wollte Pippo wissen.

Auch das wusste Cleo: „Zuerst einmal musst du tief durchatmen. Durch die Nase einatmen. Und durch den Mund wieder ausatmen. Das machst du dreimal. Dann lässt du deinen Kopf kreisen. Immer rundherum. Die Arme lässt du hin und her schwingen. Und die Beine kannst du mal kräftig schütteln. Bis hinunter in die Füße.“

Pippo machte mit. „Das ist gar nicht schwer!“, stellte er fest.

„Gut“, sagte Cleo. „Jetzt habe ich noch einen Tipp für dich: Wenn du Angst vor den vielen Zuschauern hast, dann suchst du dir einen Zuschauer aus, der besonders freundlich aussieht. Den schaust du dann während deiner Vorstellung an; und die anderen vergisst du einfach.“

Das wollte Pippo versuchen. Gemeinsam spitzten sie durch den Vorhang.

„Schau mal der Junge da“, schlug Cleo vor und zeigte auf einen Jungen in der ersten Reihe. „Der sieht doch nett aus. Und er freut sich so auf die Vorstellung.“

„Ja, das stimmt“, meinte Pippo. „Vor dem Jungen habe ich keine Angst. Der wird mich bestimmt nicht auslachen.“

„Und dann gebe ich dir noch das hier.“ Cleo zog einen kleinen Marienkäfer aus Stoff aus ihrer Tasche und drückte ihn Pippo in die Hand.

„Was ist das?“, fragte er.

„Das ist mein Glücksbringer“, erklärte Cleo. „Den leihe ich dir. Dann wird er dir Glück bringen.“

„Danke!“, rief Pippo und lächelte. „Weißt du was Cleo? Jetzt habe ich keine Angst mehr. Ich glaube, mein Lampenfieber ist weg.“

Jonglierender Clown

Gerade rechtzeitig, denn da hörte man in der Manege auch schon den Zirkusdirektor ins Mikrofon sprechen: „Meine Damen und Herren, liebe Kinder, jetzt sehen unseren lustigen Clown Pippo. Er wird uns eine atemberaubende Nummer präsentieren und mit 5 Bällen gleichzeitig jonglieren! Manege frei für Pippo!“

Pippo steckte den Glücksbringer in seine Tasche und marschierte in die Manege.

„Viel Glück! Du schaffst das!“, rief Cleo ihm noch hinterher. Dann stellte sie sich an den Rand und schaute gespannt zu.

Pippo positionierte sich in der Mitte der Manege. Er blickte zu dem kleinen Zuschauer in der ersten Reihe. Der strahlte begeistert und das machte Pippo Mut. Er nahm seine Bälle und warf sie nacheinander hoch. Eins, zwei, drei, vier, fünf – jetzt waren alle Bälle in der Luft. Und Pippo jonglierte sie mit Leichtigkeit. Immer im Kreis. Kein einziger Ball fiel herunter. Er hatte es geschafft!

Das Publikum klatschte und jubelte begeistert. Pippo war erleichtert. Er verbeugte sich und verließ die Zirkusmanege. Aber nicht, ohne vorher dem kleinen Jungen in der ersten Reihe zuzuwinken. Er war heute sein wichtigster Zuschauer gewesen.


Fragen und Gesprächsanregungen zur Clowngeschichte

  1. Welches Problem hat Pippo der Clown in der Geschichte?
  2. Welche drei Tipps hat Cleo gegen das Lampenfieber?
  3. Hast du auch einen Glücksbringer?

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Die Geschichte als Hörspiel zum Anhören

Hier kannst du Geschichte „Clown Pippo und das Lampenfieber“ als Hörspiel anhören:

Clowngeschichte als Hörspiel


Clown Pippo als Ausmalbild


Clowngeschichte für Kinder