Geburtstagsgeschichte: (K)ein Pony zum Geburtstag!

Am Abend vor ihrem 6. Geburtstag war die kleine Lilly ganz besonders aufgeregt. Ihre Eltern hatten große Mühe die 5-Jährige in ihr Bett zu bekommen. „Du musst doch schlafen, morgen ist doch dein Geburtstag. Und an diesem besonderen Tag stehen viele Überraschungen auf dem Plan!“

Lilly lauschte den Worten ihrer Mama und war nun aufgeregter als zuvor. „Mama, was bekomme ich denn zum Geburtstag? Und von welchen Überraschungen sprichst Du?“

„Das wird nicht verraten“, antworte der Papa. Und dann wünschten sich alles eine Gute Nacht und Lilly legte sich in ihr Bett. Es war schon sehr spät, längst war es Zeit zum Schlafen.

Aufregende Träume vom Geburtstag

Lange konnte Lilly nicht einschlafen. Sie war einfach zu aufgeregt und konnte nur noch an ihren Geburtstag denken. Irgendwann aber siegte die Müdigkeit und Lilly schlief ein. Meistens träumte Lilly etwas Schönes. So auch in dieser Nacht. Und natürlich träumte das kleine Mädchen von ihrem Geburtstag, ihrem 6. Geburtstag.

So träumte die Kleine, dass es schon der Morgen ihres Geburtstags sei. Sie wurde liebevoll von ihren Eltern geweckt, und es gab ein ganz besonderes und tolles Frühstück, ganz nach den Wünschen und Vorstellungen von Lilly. Es gab Kakao, Kekse und Kuchen. Lilly konnte ihren Augen nicht trauen, als sie den Frühstückstisch sah.

Nach dem Frühstück gab es die ersten Geschenke. Von Mama ein tolles rosafarbenes Prinzessinnenkleid, und von Papa den passenden Haarschmuck.

Den ganzen Tag über durfte Lilly spielen und Fern sehen, und am Nachmittag kamen die Gäste. Oma und Opa, Tante Susi und Onkel Heiner, ihre Freundinnen Mia und Paula, und auch die Nachbarn Heike und Frank. Und natürlich gab es wieder Kekse und Kuchen zum Essen.

Nach den vielen Leckereien und Naschereien durfte Lilly dann die Geschenke ihrer Gäste auspacken. Es waren viele tolle Spielsachen, Haarschleifen und Buntstifte.

Und dann sollte die große Überraschung folgen. „Meine liebe Lilly“, sagte die Mama, „jetzt haben wir noch eine ganz besondere Überraschung für dich. Schau mal aus dem Fenster auf die Wiese, dort wartet deine Überraschung schon auf dich!“

Lilly rannte zum Fenster und blickte hinaus. Das kleine Mädchen konnte seinen Augen kaum glauben. Draußen auf der Wiese, direkt neben ihrer Schaukel stand ein Pony. Ein Pony hatte sich Lilly schon immer gewünscht. Zwar konnte sie mit ihren 6 Jahren noch gar nicht reiten, dennoch war ihr größter Wunsch schon sehr lange ein eigenes Pony gewesen. Eigentlich waren ihre Eltern immer dagegen gewesen, denn ein Pony kostet viel Geld und macht viel Arbeit. Umso glücklicher war Lilly, dass sich ihr Wunsch nun endlich erfüllt hatte. Sie strahlte über das ganze Gesicht, während sie eilig nach draußen rannte.

Zeit zum Aufwachen

„Lilly, Lilly mein Schatz, du musst aufwachen, heute ist doch dein Geburtstag!“ Lilly öffnete die Augen und war ein wenig verwirrt. Ja, natürlich war heute ihr Geburtstag, immerhin hatte sie doch gerade ihr Pony bekommen. Doch dann bemerkte das Mädchen, dass es noch im Bett lag und es noch früh am Morgen war. „Mama, Papa“, sagte Lilly schließlich, „ich glaube ich habe heute Nacht von meinem Geburtstag geträumt. Und es war sehr schön. Und mein größter Wunsch hatte sich auch erfüllt!“

„Mein Schatz, dein Geburtstag fängt gerade erst an. Und ich verspreche dir, es wird ein sehr schöner Tag mit vielen Überraschungen werden.“ Lilly freute sich. Sie freute sich auf das Frühstück mit Keksen und Kuchen, auf die Gäste am Nachmittag, auf die vielen Naschereien und Geschenke, und natürlich auf ihr eigenes Pony. Lilly war sich sicher, dass alles genau so wie in ihrem Traum passieren würde.

Doch bereits beim Blick auf den gedeckten Frühstückstisch wurde Lilly’s Freude getrübt. Natürlich hatten Mama und Papa alles schön gedeckt und dekoriert. Es gab Kerzen, Blumen, Brötchen, Wurst und Marmelade, Eier und Obst. Aber leider keinen Kakao, keine Kekse, und auch keinen Kuchen. Lilly war etwas enttäuscht.

„Lilly, was ist denn los mit  dir? Hast du keinen Hunger?“, fragte der Papa. „Doch Papa, alles gut“, antwortete Lilly leise. Die Eltern waren verunsichert. Nach dem Frühstück gab es die ersten Geschenke. Lilly freute sich. Aber im Gegensatz zu ihrem Traum gab es anstatt des rosafarbenen Prinzessinnenkleid ein T-Shirt mit einem bunten Einhorn drauf, und statt des Haarschmucks ein neues Paar Schuhe. Wieder verstanden die Eltern nicht, warum sich Lilly nicht so recht freuen konnte.

Am Nachmittag kamen die Gäste, die gleichen wie in Lillys Traum. Und es gab Kekse und Kuchen. Lillys Stimmung wurde besser. Sie hoffte so sehr, wenigstens das Pony zu bekommen. Jeder der Gäste hatte ein schönes Geschenk für Lilly dabei. Und alle hatten viel Spaß.

Dann baten Mama und Papa um die Aufmerksamkeit der kleinen Lilly und der Gäste. „Meine liebe Lilly“, sagte die Mama, „wir wissen wie sehr du dir ein Pony wünschst und wie gerne du reiten möchtest. Und aus diesem Grund möchten wir dir alle zusammen zu deinem Geburtstag 10 Reitstunden auf dem Ponyhof im Nachbardorf schenken.“ Lilly traute ihren Ohren nicht. Sie bekam kein eigenes Pony? Enttäuscht lief die kleine Lilly in ihr Zimmer und verkroch sich unter ihrer Bettdecke. Sie wollte wieder in ihren Geburtstagstraum zurück, zurück zu ihrem eigenen Pony.

 

Doch sie konnte nicht mehr zurück. Sie war traurig. Da kam Papa zu ihr ins Zimmer und setzte sich neben seine Tochter aufs Bett. „Ich möchte doch mein eigenes Pony!“, sagte sie leise zu ihm. Natürlich konnte ihr Papa das gut verstehen. Doch er erklärte ihr auch, dass Ponys gerne bei anderen Ponys sind, bei ihrer Familie, und bei ihren Freunden. Weil es das ist, worauf es im Leben wirklich ankommt. Dass man Freunde und die Familie um sich hat, und dass man geliebt wird.

Lilly war gerade 6 Jahre alt geworden und noch ein kleines Mädchen. Aber die Worte ihres Vaters konnte sie gut verstehen. Und da erkannte sie, wie viele liebe Menschen an ihrem Geburtstag zu ihr gekommen waren. Und wie froh und glücklich sie sich schätzen konnte, dass es so viele Menschen gab die sie lieb hatten. Jetzt war Lilly nicht mehr traurig. Sie freute sich auf den Rest des Tages, und natürlich auch über die vielen schönen Geschenke. Und schon bald würde sie das erste Mal auf einem echten Pony sitzen und reiten. Lilly war glücklich und alle zusammen feierten sie Lillys Geburtstag noch bis in die Nacht hinein.


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