Süße Blume und Kleiner Bär (kleine Indiandergeschichte)

Eine kleine Indianergeschichte zwei Indianerkinder, die sich in der Prärie verlaufen. Lies wie es ihnen dabei ergeht…


Es war ein Tag wie viele andere. Das Indianermädchen Süße Blume und der Indianerjunge Kleiner Bär waren mit ihrer Familie und dem ganzen Indianerstamm in der Prärie unterwegs, um nach einem neuen und geeigneten Lagerplatz zu suchen. Die beiden Indianerkinder waren 8 Jahre alt und beste Freunde. Sie spielten gerne zusammen, hatten gemeinsam das Spurenlesen gelernt, und verbrachten regelmäßig viel Zeit miteinander.

Was die beiden nicht so gerne mochten, waren die langen Wanderungen quer durch die Prärie. Süße Blume und Kleiner Bär langweilten sich dabei immer sehr. Die ganze Zeit mussten sie neben den Pferden herlaufen, die ihre Sachen trugen. Spielen und toben durften sie bei der Suche nach einem neuen Lagerplatz nur selten. Zu groß war die Angst der Eltern, die Indianerkinder könnten sich in ihrem Spiel zu weit vom Stamm entfernen und die Gruppe aus den Augen verlieren.

Es war ein schöner sonniger Tag. Schon lange waren alle unterwegs gewesen. Süße Blume und Kleiner Bär hatten keine Lust mehr im langsamen Tempo mit der Gruppe mitzulaufen. Sie wollten spielen, toben, Spaß haben und endlich mal wieder etwas erleben. Da die Erwachsenen des Stammes sehr mit der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz beschäftigt waren, bemerkte es auch niemand, als sich Süße Blume und Kleiner Bär immer mehr und immer weiter von der Gruppe entfernten, um die Prärie auf eigene Faust erkunden zu können.

Die beiden Indianerkinder genossen es sehr, endlich mal wieder frei laufen und unbeschwert spielen zu können. Sie spielten fangen, suchten nach interessanten Spuren auf dem Boden, jagten kleine Insekten und Eidechsen. Zusammen hatten sie viel Spaß, und für einen kurzen Moment vergaßen sie alles andere um sich herum. Schon seit vielen Tagen waren sie unterwegs gewesen, und endlich konnten sie einfach mal wieder das tun, was ihnen Spaß macht.

„Süße Blume, wo sind denn unsere Familien, wo ist unser Stamm?“, rief Kleiner Bär plötzlich. Von dem Indianerstamm, den Familien, den Pferden und Wagen war weit und breit nichts mehr zu sehen.

„Ich kann sie nicht mehr sehen! Oh je, Kleiner Bär, wir sind ja ganz alleine in der großen weiten Prärie! Was machen wir denn jetzt nur?“ Die beiden Indianerkinder waren ein wenig verunsichert und erschrocken über die Situation.

Auch Kleiner Bär wusste zunächst keinen Rat. Die beiden setzten sich auf einen Stein und überlegten. Die Sonne schien heiß vom Himmel herab, denn längst war der Nachmittag angebrochen.

„Ich habe eine Idee!“, sagte Kleiner Bär schließlich. „Wir haben doch vom Häuptling Tapferer Adler gelernt wie man Spuren ließt. Wir können doch einfach unsere Spuren zurückverfolgen und dann den Spuren der Wagen und Pferde folgen!“

Süße Blume fand die Idee gut und war einverstanden. Die Indianerkinder waren sich sicher, so schnell wieder zur Gruppe aufschließen zu können.

Tatsächlich gelang es Süße Blume und Kleiner Bär ihre eigenen Spuren zurückzuverfolgen. Allerdings waren sie wohl schon viel länger und schneller unterwegs gewesen als sie gedacht hatten. Und so hatten sie auch nach einigen Stunden noch immer keine Spuren ihrer Familie und ihres Stammes gefunden. Dabei begann es schon langsam dunkel zu werden.

„Kleiner Bär“, sagte Süße Blume, „ich habe Angst. Was ist wenn wir unsere Familien nie mehr wieder finden?“ Kleiner Bär tröstete seine Freundin. Er sah es als seine Aufgabe an jetzt tapfer und stark zu bleiben. Denn immerhin war er ein Junge und musste sich um Süße Blume kümmern. Da konnte und wollte er natürlich nicht zugeben, dass auch er ein wenig Angst hatte und sich Sorgen machte. Trotz seiner eigenen Angst nahm er Süße Blume in den Arm und tröstete sie. „Hab keine Angst. Ich bin bei Dir. Jetzt ist es schon zu dunkel zum Spuren lesen. Am besten wir suchen unus einen Platz zum Schlafen und morgen früh suchen wir weiter. Und dann werden wir die anderen schnell wieder finden. Ganz bestimmt!“

Die Nacht war über die Prärie gekommen, und den beiden Indianerkindern blieb nichts anderes übrig als sich zur Ruhe zu legen und auf den nächsten Tag zu hoffen.

Ein neuer Tag beginnt

Unter einem kleinen Felsvorsprung hatten es sich Süße Blume und Kleiner Bär gemütlich gemacht. Von der aufgehenden Sonne wurden beide am nächsten Morgen geweckt. Der vergangene Tag hatte sie so viel Kraft gekostet, dass sie in der Nacht tief und fest geschlafen hatten. So tief und fest, dass sie gar nicht bemerkt hatten, dass es in der Nacht geregnet hatte.

„Oh nein, Kleiner Bär, schau nur, alle Spuren wurden vom Regen weg gewaschen!“, sagte Süße Blume, als sich die beiden wieder auf die Suche machen wollten. Jetzt konnte auch Kleiner Bär seine Angst nicht mehr verbergen.

Doch jetzt war es das kleine Indianermädchen, dass die rettende Idee hatte. „Kleiner Bär, ich habe eine Idee! Lass uns auf den Berg dort hinten klettern und Ausschau halten. Vielleicht können wir von dort oben ja unsere Familien entdecken!“ Kleiner Bär fand die Idee gut, und gemeinsam machten Sie sich auf den Weg.

Es war ein hoher Berg, und es dauerte eine ganze Weile, bis die beiden den Gipfel erreichten. Oben angekommen mussten beide erst einmal kurz verschnaufen. Dann aber blickten sie sich um. Die Enttäuschung war groß, denn außer der weiten Prärie konnten sie zunächst nichts sehen und entdecken.

Doch dann war es Kleiner Bär, der am Horizont Rauch aufsteigen sah. Und beim näheren Hinsehen konnten die beiden erkennen, es war Rauch vom neuen Lagerplatz ihres Stammes. Sie erkannten die Zelte und Planen der Wagen. Diese waren von den Kindern des Stammes besonders bunt angemalt und gestaltet worden. Die Farben strahlten hell in der Sonne. Und so war es für Süße Blume und Kleiner Bär dann ein Leichtes, den Weg zurück zu ihren Familien zu finden.

Zwar war es noch ein langer Fußmarsch, aber noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichten die kleinen Indianer schließlich den Lagerplatz. Der ganze Stamm war froh und erleichtert Süße Blume und Kleiner Bär wieder zu sehen. Natürlich hatten sie bemerkt, dass die beiden verschwunden waren.

Sie hatten mit Absicht ein besonders großes Lagerfeuer gemacht und gehofft, die Kinder würden den Rauch am Himmel entdecken und so den Weg zu ihnen finden.

Natürlich gab es von den Eltern und auch von Häuptling Tapferer Adler erst mal eine Standpauke. Süße Blume und Kleiner Bär mussten versprechen, sich nie mehr so weit von der Gruppe zu entfernen. Zur Feier des Tages wurde am Abend ein kleines Stammesfest gefeiert. Es wurde gesungen, getanzt und viel gelacht. Und Süße Blume und Kleiner Bär waren sich einig, so langweilig waren die Tage mit ihrem Stamm gar nicht.


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