Kindergeschichte Regenbogen

Wie fängt man einen Regenbogen? Vor dieser Aufgabe stehen die vier Prinzen in der folgenden Kindergeschichte. Denn nur wem es gelingt, dem König einen Regenbogen zu bringen, der darf die bezaubernde Prinzessin Josefine heiraten.

Viel Spaß bei dieser kleinen Regenbogengeschichte für Kinder!


Der Prinz und der Regenbogen

König Rudolf lebte mit seiner Tochter in einem großen Schloss.

Seine hübsche Tochter, die Prinzessin Josefine, war sein ganzes Glück. Der Vater erfüllte ihr jeden Wunsch und ließ es ihr an nichts mangeln.

Doch die Prinzessin war unglücklich. Denn sie fühlte sich sehr einsam in dem großen Schloss. Vor allem wenn ihr Vater auf einer seiner langen Reisen durch sein großes Königreich unterwegs war.

Darum hatte sie eine Bitte an ihren Vater.

„Vater, ich möchte heiraten“, sprach die Prinzessin eines Tages.

König Rudolf war einverstanden. Er konnte seiner Tochter keinen Wunsch abschlagen. Und so ließ er im ganzen Land verkünden, dass seine einzige Tochter einen Gemahl suche.

***

Nun war Prinzessin Josefine nicht nur ausgesprochen hübsch, sondern auch noch sehr klug. Darum hatte sie zahlreiche Verehrer. Gleich vier Prinzen reisten an den Hof und wollten um die Hand der schönen Königstochter anhalten.

Da fiel der Prinzessin die Entscheidung schwer. „Die vier Prinzen sind allesamt wohlgeraten und von vornehmster Herkunft. Wie soll ich mich nur entscheiden?“, fragte sie ihren Vater.

Der König wusste Rat in dieser Angelegenheit.

„Ich werde euch testen“, sprach er zu den Verehrern. “Ihr bekommt eine schwierige Aufgabe und nur wer sie erfüllt, darf meine Tochter zur Frau nehmen. Nur der klügste Prinz ist gut genug für meine Tochter.“

Dann sprach er mit ernster Stimme: „Die Aufgabe lautet: Bringt mir einen Regenbogen!“

Die jungen Prinzen schauten den König ungläubig an.

„Wie soll denn das gehen?“, fragte einer. „Einen Regenbogen kann man doch nicht einfach einpacken und mitnehmen.“

Doch König Rudolf bestand darauf. „Nur wer mir einen Regenbogen ins Schloss bringt, darf die Prinzessin heiraten!“

***

Einige Tage später wurde das Wetter sehr wechselhaft. Es dauerte nicht lange, da blitze die Sonne durch die Regenwolken und es erschien ein bunter, leuchtender Regenbogen am Himmel.

Jetzt sahen die Verehrer der Prinzessin ihre Chance gekommen.

Der erste Prinz wollte sein Glück versuchen. Er lief auf den höchsten Berg im ganzen Königreich. Oben angekommen stand er genau unter dem Regenbogen. Er sprang so hoch er konnte und wollte den Regenbogen mit seinen Händen packen. Doch sein Vorhaben ging schief. Egal wie hoch er auch sprang, er konnte den Regenbogen nicht erreichen. Stattdessen fiel er auf die Erde und landete auf seinem Hintern.

Der zweite Prinz hatte das beobachtet und wollte es anders machen. Er kam mit einer langen Leiter. Die lehnte er an den höchsten Baum, den er finden konnte. So wollte er auf den Regenbogen drauf klettern. Doch oben angekommen erreichte er den Regenbogen nicht. Stattdessen fiel er vom Baum und landete in einer Schlammpfütze.

Der dritte Prinz kam mit einem großen Fischernetz. Das wollte er über den Regenbogen werfen und ihn damit einfangen. Er holte Schwung und warf das Netz hoch in die Luft. Doch anstatt den Regenbogen einzufangen, fiel das Netz wieder herunter und der Prinz verhedderte sich darin.

Der vierte Prinz stand einfach nur da und betrachtete den Regenbogen. So als wollte er ihn sich gut einprägen. Dann drehte er sich um und ging weg.

***

Prinzessin Josefine hatte das Geschehen beobachtet und wurde sehr traurig.

„Ach Vater!“, schluchzte sie enttäuscht. „Es ist hoffnungslos. Ich werde nie den Richtigen zum Heiraten finden.“

Sie klagte dem Vater ihr Leid: „Der Erste wollte zum Regenbogen hoch springen und ist auf den Hintern gefallen. Der Zweite wollte auf den Regenbogen hinaufklettern und ist im Schlamm gelandet. Der Dritte hat versucht den Regenbogen mit einem Fischernetz einzufangen und hat sich selbst darin verfangen. Und der Vierte hat gar ganz aufgegeben und ist hinfort gegangen.“

König Rudolf schüttelte den Kopf. „Dann waren sie deiner nicht würdig“, sagte er mit ernster Stimme.

Die einsame Prinzessin lief in ihr Zimmer, ließ sich auf das Bett fallen und weinte sich in den Schlaf.

***

Als sie am Morgen erwachte, schien bereits die Sonne. Sie öffnete die Vorhänge, schaute aus dem Fenster und erlebte eine Überraschung.

Im Hof des Schlosses stand der vierte Prinz. Er hatte einen Pinsel in der Hand, und um ihn herum standen sieben Eimer mit Farben. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett – die Farben des Regenbogens. Über Nacht hatte er einen leuchtenden Regenbogen an die Schlossmauer gemalt.

Der kluge Prinz hatte erkannt, dass man einen Regenbogen gar nicht einfangen kann und stattdessen mit bunten Farben einen Regenbogen an die Schlossmauer gemalt.

Die Prinzessin war entzückt. „So ein schöner Regenbogen!“, rief sie erfreut. „Und hier vor meinem Fenster kann ich ihn jeden Tag sehen.“

Auch König Rudolf war der Regenbogen an der Schlossmauer nicht entgangen. Er trat aus dem Schloss.

„Wie ist euer Name, junger Mann?“, fragte der König.

„Ich bin Prinz Martin“, lautete die Antwort.

„Ihr seid wahrhaft klug, Prinz Martin. Ihr habt mich beeindruckt“, sprach der alte König. „Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine Tochter solch einen klugen Prinzen zum Gemahl bekommt.“

Auch seine Tochter war glücklich. Prinzessin Josefine und Prinz Martin feierten ein rauschendes Hochzeitsfest, zu dem das ganze Königreich eingeladen war. Und so lange sie lebten, erfreuten sie sich an dem farbenfrohen Regenbogen.


Die Geschichte zum Anhören

Regenbogengeschichte


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