Rotkäppchen als Handpuppentheater

Wir haben uns das Märchen vom Rotkäppchen vorgenommen und den Text so aufbereitet, dass man es mit Handpuppen (z.B. Kasperlefiguren) nachspielen kann. Entstanden ist ein längeres Stück, das in mehreren Akten gespielt wird.

Zur Aufführung dieses Stückes braucht man zwei Puppenspieler, da zeitweise mehrere Figuren gleichzeitig auf der Bühne sind.

Der Kasper fungiert als Erzähler. Er betritt zwischendurch immer wieder die Bühne, fasst das Geschehene nochmal für die Kinder zusammen und kommentiert es.

Die benötigten Figuren

  • Kasperle (oder eine andere Puppe als Erzähler)
  • Rotkäppchen
  • Großmutter
  • Wolf
  • Jäger

In den üblichen Sets mit Kasperlefiguren ist kein Rotkäppchen enthalten. Dem kann man aber leicht Abhilfe schaffen, indem man der Gretel oder der Prinzessin ein rotes Kopftuch aufsetzt (z.B. ein rotes Halstuch).

Als Wolf kann man auch ein Stofftier hernehmen, wenn man keine entsprechende Handpuppe hat.

Benötigte Requisiten:

  • Rotes Tuch
  • Körbchen (z.B. Osterkörbchen oder ein selbstgebasteltes aus Pappkarton)
  • Puppennachthemd
  • Eine Schere

Rotkäppchen als Puppentheater

1. Akt: Das Kasperle erzählt

Kasper:

Es war einmal ein Mädchen, das war gutherzig und freundlich zu allen Menschen und Tieren. Jeder hatte das Mädchen gern. Einmal da bekam das Mädchen von seiner Großmutter ein Geschenk. Es war ein rotes Mäntelchen mit einer Kapuze aus weichem, roten Samt. Das Mädchen zog das Mäntelchen an und wollte es nicht mehr ausziehen. Von da an wurde es von jedem nur noch das Rotkäppchen genannt.

Eines Tages wurde die Großmutter des Mädchens krank. Da packte die Mutter einen Korb mit leckerem Kuchen und Traubensaft. Den Korb sollte das Rotkäppchen zur Großmutter bringen, damit sie sich daran erfreuen kann. Geh nicht vom Weg ab und laufe nicht in den dunklen Wald hinein.

Also nahm Rotkäppchen den Korb und machte sich damit auf den Weg zur Großmutter, die in einem kleinen Haus am Waldrand lebte.

Was dann passiert ist? Das schaut euch am besten selber an!

(verbeugt sich und verschwindet hinter dem Vorhang)

Rotkäppchen Märchen

2. Akt: Rotkäppchen und der Wolf

(Rotkäppchen erscheint mit einem Körbchen in der Hand und spaziert über die Bühne.)

Rotkäppchen: Was für ein schöner Tag heute. Und es ist auch gar nicht mehr weit bis zum Haus der Großmutter. Sie wird sich sicher freuen, wenn ich ihr den leckeren Kuchen bringe.

(Der Wolf taucht auf.)

Wolf: Guten Tag Rotkäppchen.

Rotkäppchen: Schönen Guten Tag Herr Wolf.

Wolf: Sag mal Rotkäppchen, was trägst du denn da in deinem Körbchen?

Rotkäppchen: Einen Kuchen und eine Flasche Saft für die Großmutter. Sie ist krank und muss zu Hause bleiben. Darum bringe ich ihr die leckeren Sachen.

Wolf: Das ist aber lieb von dir, Rotkäppchen. Sag mal, wo wohnt denn deine Großmutter?

Rotkäppchen: Ach, das ist gar nicht mehr weit von hier. Da hinten am Waldrand. Bei den großen Tannenbäumen, da steht ihr Haus.

Wolf: So, so. Weißt du was? Da habe ich eine Idee. Dort im Wald habe ich wunderschöne Blumen gesehen. (zeigt nach links hinter den Vorhang) Da würde sich deine Großmutter sicher freuen, wenn du ihr einen Strauß pflückst.

Rotkäppchen: Das kann ich leider nicht. Die Mutter hat gesagt, ich darf nicht vom Weg abkommen. Und vor allem darf ich nicht in den Wald hinein laufen.

Wolf: Ach, das ist doch nur ein kleiner Umweg. Es sind wirklich die schönsten Blumen, die man sich nur vorstellen kann! Und sie duften so herrlich.

Rotkäppchen: Warum eigentlich nicht. So ein kleiner Umweg, da wird die Mutter schon nicht schimpfen.

Wolf: Da musst du lang gehen! (zeigt nach links)

(Rotkäppchen verschwindet in der gezeigten Richtung hinter dem Vorhang)

Wolf: (spricht zu sich selbst) Die war ja leicht zu überlisten. Ha, ha. Jetzt werde ich schnell zum Haus der Großmutter laufen.

(Wolf verschwindet in die entgegengesetzte Richtung)


Zwischenspiel Kasperle

Kasperle: Kinder, Kinder. Habt ihr das gesehen? Da hat sich das Rotkäppchen vom Wolf bequatschen lassen. Die Mutter hat doch gesagt, es soll immer auf dem Weg bleiben. Ob das gut gehen kann? Also ich hätte das nicht gemacht. (schüttelt bekräftigend den Kopf) Ich wäre auf dem Weg geblieben. Jetzt ist der Wolf zum Haus der Großmutter gelaufen. Ich glaube, der führt nichts Gutes im Schilde!

Sollen wir mal schauen, wie es weitergeht?

(Der Kasper tritt ab.)


3. Akt: Der Wolf bei der Großmutter

Wolf: Hier ist das Haus der Großmutter. Ich habe mir einen Plan überlegt. Ich habe mir ein rotes Tuch umgebunden. Jetzt werde ich meine Stimme verstellen und so tun als wäre ich das Rotkäppchen. Die sieht ja nicht mehr so gut, die alte Großmutter. Da wird sie mich schon nicht erkennen. So, dann werde ich mal rufen:  

(Der Wolf ruft mit verstellter Stimme)

Großmütterchen! Großmütterchen! Wo bist du?

(Die Großmutter erscheint)

Großmutter: Wer ruft denn da? Bist du das Rotkäppchen? Komm näher, mein Kind! Ich kann doch nicht mehr so gut sehen.

Wolf: (mit verstellter Stimme) Ja, ich bin es, das Rotkäppchen. Guten Tag Großmutter.

Großmutter:  Hallo, mein Kind! Das ist aber schön, dass du mich besuchen kommst. Aber sag mal, Rotkäppchen, warum hast du denn so große Augen?

Wolf: (mit verstellter Stimme) Die Augen sind damit ich dich besser sehen kann.

Großmutter: Und warum hast du so große Ohren?

Wolf: (mit verstellter Stimme) Die großen Ohren sind damit ich dich besser hören kann.

Großmutter: Und warum hast du so einen großen Mund?

Wolf: (mit verstellter Stimme) Damit ich dich besser FRESSEN kann.

(Der Wolf schnappt die Großmutter und zieht sie hinter den Vorhang)

Großmutter: Hilfe! Hilfe! Der Wolf frisst mich auf.

(Der Wolf macht hinter dem Vorhang schmatzende Geräusche und frisst die Großmutter)


Zwischenspiel Kasperle

Kasper: Ach herrje, Kinder! Der böse Wolf hat die Großmutter verschlungen. Ich habe es ja geahnt, dass der Wolf etwas Böses vorhat. Was für ein Unglück!

Und das Rotkäppchen ist auf dem Weg und weiß von nichts.

Oh, lasst uns mal weiterschauen, was jetzt passiert. Ich ahne nichts Gutes, Kinder!


4. Akt: Der Wolf frisst das Rotkäppchen

(Der Wolf zieht hinter der Bühne ein Puppen-Nachthemd über.)

Wolf: Das war ein leckerer Schmaus. Jetzt muss ich nur noch hier warten bis das Rotkäppchen kommt. Ich habe mir ein Nachthemd von der Großmutter übergezogen. Damit es mich nicht erkennt.

Wenn es kommt, werde ich zuerst das Rotkäppchen auffressen und dann lasse ich mir den Kuchen schmecken. Und zuletzt trinke ich den leckeren Saft.

*

(Rotkäppchen kommt mit seinem Korb auf die Bühne. Im Korb liegen jetzt auch noch ein paar Blumen.)

Rotkäppchen: Nanu, hier steht ja die Tür offen.

 (ruft) Großmutter! Ich bin es, das Rotkäppchen. Ich bringe dir Kuchen und leckeren Saft.  

Wolf: Komm nur näher, mein Kind.

(Rotkäppchen geht näher zum verkleideten Wolf)

Rotkäppchen: Aber sag mal Großmutter, warum hast du denn so große Augen?

Wolf: Das ist, damit ich dich besser sehen kann, mein Kind.

Rotkäppchen: Und warum hast du solche großen Ohren?

Wolf: Damit ich dich besser hören kann.

Rotkäppchen: Und Großmutter, warum hast du so einen großen Mund?

Wolf: Damit ich dich besser fressen kann!

(Der Wolf springt auf das Rotkäppchen zu, packt es und zieht es mitsamt seinem Körbchen hinter den Vorhang)

Rotkäppchen: (hinter dem Vorhang) Hilfe! Hilfe! So hilf mir doch jemand!

Wolf: (macht schmatzende Geräusche und frisst das Rotkäppchen)


Zwischenspiel Kasperle

Kasperle: Oje, oje! Jetzt hat er das Rotkäppchen auch noch gefressen. Ich hab es kommen sehen. Da hat sich der Wolf als Großmutter verkleidet und seine Stimme verstellt. Und das Rotkäppchen hat es nicht gemerkt.

Ich laufe schnell weg. Sonst frisst er mich auch noch.

(Kasperle verlässt schnell die Bühne)

5. Akt: Der Jäger erscheint

Wolf: (erscheint alleine im Nachthemd auf der Bühne) Das war ein leckerer Happen! Mein Bauch ist so voll. (reibt sich mit der Pfote den Bauch) Jetzt werde ich mich ein bisschen hinlegen und mich ausruhen.

(er legt noch sichtbar sich an den Bühnenrand und beginnt zu schnarchen)

(Während der Wolf schläft, kommt der Jäger des Weges)

Jäger: Nanu, das ist doch der böse Wolf. Was macht der denn hier beim Haus der Großmutter?

(er schaut sich um)

Jäger: Weit und breit nichts von der Großmutter zu sehen.

(der Jäger tritt an den Wolf heran und betrachtet ihn)

Jäger: Der Wolf schläft. Und er hat einen ganz dicken Bauch. Der wird doch nicht etwa die Großmutter gefressen haben?

Vielleicht ist sie noch zu retten! Ich habe eine Idee. Ich werde eine Schere holen.

(Der Jäger verschwindet kurz und kommt mit einer Schere in den Händen zurück)

Jäger: Damit werde ich dem Wolf den Bauch aufschneiden.

(tut so als würde er dem schlafenden Wolf den Bauch aufschneiden)

Wolf: (schnarcht und schläft weiter)

(Die Großmutter und das Rotkäppchen klettern aus dem Bauch. Das lässt sich z.B. umsetzen, indem ein zweiter Puppenspieler die beiden Figuren auf die Hände nimmt und sie von unten seitlich neben dem Wolf auftauchen lässt)

Großmutter: Wir sind gerettet!

Rotkäppchen: Vielen Dank Herr Jäger.

Jäger: Das ist ja nochmal gut gegangen. Nehmt euch in Zukunft besser in Acht! Den hier nehme ich mit.

(Der Jäger packt den schlafenden Wolf und schleift ihn mit sich von der Bühne)


Schlusswort vom Kasperle

Kasper: Puh, da haben sie aber nochmal Glück gehabt, das Rotkäppchen und die Großmutter. Zum Glück ist der Jäger gekommen und hat die beiden gerettet.

Jetzt kann ich beruhigt nach Hause gehen. Machts gut Kinder! Bis zum nächsten Mal!

(verlässt winkend die Bühne und der Vorhang schließt sich)


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