Darum lohnt sich Vorlesen besonders!

Das Vorlesen von Büchern und Geschichten kann Kindern und Eltern viel Freude bereiten. Darüber hinaus haben Studien erwiesen, dass das Vorlesen und gemeinsame Lesen von Kindergeschichten einen positiven Effekt auf die Entwicklung von Kindern hat. Neben einer besseren Sprachentwicklung des Kindes, fördert das Vorlesen zum Beispiel auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Außerdem kann es bereits bei Kleinkindern für Wissbegierde und Neugier sorgen.

Hier haben wir 9 Gründe aufgelistet, wieso Vorlesen so wichtig und fördernd für Kinder in jedem Alter ist.

 

  1. Vorlesen fördert die Sprachentwicklung

Studien haben erwiesen, dass Kinder denen regelmäßig vorgelesen wurde bessere Sprachfertigkeiten haben und über einen größeren Wortschatz verfügen. Kindergeschichten enthalten eine Vielfalt an Worten die man im Alltag nicht oft benutzt. Die Wortwahl in Büchern und Kindergeschichten ist meist auch anspruchsvoller als die Worte in Fernsehsendungen. Beim Vorlesen lernen Kinder die Bedeutung anspruchsvoller Worte daher spielerisch und neue Worte kann man ihnen direkt erklären.

Außerdem kommen in Geschichten auch Sätze in der passiven Form oder mit Konjunktionen wie: „aber“, „doch“ und „sondern“ vor. Wenn man regelmäßig Geschichten vorliest, vermittelt dies den Kindern ein Verständnis für Grammatik.  Daher überrascht es nicht, dass Kinder denen regelmäßig Vorgelesen wird besser in Sprachtests abschneiden.

 

  1. Begeisterung fürs Lesen wecken

Geschichten sind für Kinder oft spannend und interessant. Wenn man seinen Kindern von klein auf regelmäßig vorliest lernen sie, dass das Lesen von Büchern und Geschichten viel Freude bereitet. Dadurch wird bei Kindern die Neugier geweckt und oft können sie es kaum erwarten selbst die Bedeutung der Buchstaben und Worte zu verstehen.

Beim Vorlesen kann man Kinder daher gut miteinbinden. Sie können zum Beispiel selbst das Buch festhalten und Kinder die bereits lesen können, können kleinere Passagen selbst vorlesen. Kinder die noch nicht lesen können werden schnell neugierig und motiviert, weil sie selbst gerne mitlesen möchten.

Daher fällt das Lesen lernen meist leichter, wenn Kindern regelmäßig vorgelesen wird. Sie wissen dann bereits wie man ein Buch festhält, und sind motivierter beim Üben. Außerdem interessieren sich Kinder denen oft vorgelesen wird später oft selbst mehr für Bücher.

 

  1. Vorlesen als gemeinsames Erlebnis

Die Zeit die Eltern mit ihren Kindern beim Vorlesen verbringen ist sehr wertvoll. Denn beim Vorlesen erleben die Kinder eine spannende Geschichte zusammen mit den Eltern. Bei lustigen Geschichten kann man zum Beispiel ausgiebig zusammen lachen. Das trägt positiv zu einer gesunden Beziehung zum Kind bei. Gleichzeitig können Eltern und Kinder ihre Meinungen und Gedanken über eine Geschichte austauschen. Meist können sie sogar ein gemeinsames Interesse für ein gewisses Thema, wie zum Beispiel abenteuerliche Rittergeschichten, oder Tiergeschichten entwickeln. Das verhindert, dass viel beschäftige Eltern und ihre Kinder sich auseinanderleben. Ob zum Ausklingen eines langen Tages oder als kurze Entspannung zwischendurch, eine tolle Geschichte kann für eine gemeinsame Routine im Alltag von Eltern und Kindern sorgen.

 

  1. Eine bessere Aufmerksamkeitsspanne

Die meisten wissen, dass Lesen und Vorlesen viel gesünder und positiver für das Kind ist als Fernsehen, oder Konsolenspiele. Dies liegt daran, dass das Lesen die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder fördert. Eine Kindergeschichte umfasst meist sogar mehr als 1000 Worte. Oft müssen Kinder sich während dem Zuhören die Namen und Eigenschaften der Hauptcharaktere einer Geschichte merken und aufmerksam zuhören, um dem Geschehen folgen zu können. Meist sind Kindergeschichten aber so spannend und mitreißend, dass das Zuhören bereits den Kleinsten gelingt. Daher wird beim Vorlesen das Kurzzeitgedächtnis von Kindern spielerisch gefördert. Dies kann sich positiv auf die Entwicklung in der Schule auswirken.

 

  1. Lebendiges Vorstellungsvermögen und Kreativität

Anders als beim Fernsehen müssen Kinder sich die Szenarien und Charaktere einer Geschichte selbst bildlich vorstellen. Dazu werden die Personen und Orte in Kindergeschichten oft mit lebendigen Adjektiven umschrieben. Das hilft Kindern den Gebrauch von Adjektiven zu üben und selbst Dinge zu beschreiben.

Außerdem sind Kindergeschichten oft sehr fantasievoll. Zum Beispiel lassen sie Tiere sprechen, oder Menschen durch die Luft fliegen. Sie handeln von Fabelwesen oder von Rittern und Prinzessinnen. Dies regt Kinder dazu an, über die Grenzen des Alltags hinaus zu denken. Kinder, die regelmäßig Geschichten hören sind daher besser darin sich selbst Geschichten auszudenken. Außerdem sind kreative Kinder oft intelligenter und besser in der Schule.

Das Vorlesen hat einen besonders guten Effekt auf Kreativität und Vorstellungsvermögen, wenn Eltern sich darüber hinaus noch Mühe beim Betonen und lebendigen Vorlesen der Geschichte geben.

 

  1. Geschichten zum Bewältigen von Angst und Einschlafproblemen

Die Themenbereiche von Kindergeschichten sind sehr vielfältig. Oft findet sich zu jeder Alltagssituation eine passende Geschichte zum Vorlesen. Zum Beispiel kann man Vorschulkinder auf den ersten Schultag vorbereiten, indem man eine Geschichte über ein Schulkind vorliest. Meist sind neue Ereignisse, wie zum Beispiel der erste Schultag oder ein Besuch beim Zahnarzt, sehr aufregend. Das liegt daran, dass Kinder nicht wissen was ihnen bevorsteht. Daher eignen sich Kindergeschichten sehr gut um Kindern auf spielerische Weise die Angst zu nehmen. Wenn Kinder Angst vor der Dunkelheit, oder vor Monstern unterm Bett haben, kann man ihnen zum Beispiel eine Geschichte über freundliche Monster vorlesen. Gleichzeitig können sich Geschichten positiv auf die Stimmung von Kindern auswirken. So gibt es beispielsweise Kindergeschichten zum Einschlafen und Entspannen.

 

  1. Spielerisches Lernen von neuen Themen

Kindergeschichten können eine lehrreiche Handlung haben. In einfacher Sprache werden neue Themen vorgestellt und erklärt. In Geschichten über Ritter und Prinzessinnen lernen Kinder zum Beispiel etwas über das Leben im Mittelalter. Und mit einer Weihnachtsgeschichte kann man Kinder in der Vorweihnachtszeit beschäftigen.

Außerdem können beim Vorlesen auch zwischenmenschliche Werte vermittelt werden. So handeln manche Geschichten zum Beispiel von Freundschaft oder Hilfsbereitschaft.

 

  1. Zum Nachdenken anregen

Das Vorlesen muss nicht unbedingt mit dem letzten Satz einer Geschichte enden. Oft geht die Handlung den Kindern auch danach noch durch den Kopf und sie haben fragen, sowie eigene Meinungen und Gedanken. Deshalb ist es sehr anregend für Kinder, wenn man sich nach dem Vorlesen noch mit ihnen über die Handlung der Geschichte unterhält. Dabei üben Kinder das reflektieren und das Bilden einer eigenen Meinung. Das kann dem Kind Selbstvertrauen vermitteln.

 

  1. Vorlesen ist kinderleicht und kostet nichts

Jeder Erwachsene kann in der Regel Kindergeschichten Vorlesen und viele Kindergeschichten kann man kostenlos im Internet oder in der Bücherei finden. Daher eignet sich das Vorlesen sehr gut als Freizeitbeschäftigung. Außerdem macht es meist auch den Eltern Spaß.

 

Auf dieser Seite findest du weitere Tipps, um Kindergeschichten noch lebendiger und spannender zu gestalten.

 

Quellen und Links zum Weiterlesen:

Duursma, E., Augustyn, M. & Zuckerman, B. 2008. Reading aloud to children: the evidence. Archives of Diseases in Childhood, 93(7)

Stern. 2011. Vorlesen macht Kinder schlau, kreativ und sportlich. http://www.stern.de/panorama/neue-studie-vorlesen-macht-kinder-schlau–kreativ-und-sportlich-3881660.html

 


Buch-Tipp

Vorlesen ist immer gut für die Sprachentwicklung eines Kindes. Es gibt allerdings Bücher die gezielt geschrieben wurden um die Sprache von Kindern zu fördern.

Das Buch „50 Mitmachgeschichten zur Sprachförderung“ ist eine Sammlung von tollen Gedichten und Geschichten. Sie wurden gezielt für Kinder geschrieben, mit denen man die Laute und Silben üben möchte. Dazu gibt es noch tolle Tipps und Aufgaben.

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